Erziehung

Handy Regeln für Teenager: Medienkonsum gezielt anpassen

In beinahe jedem Haushalt mit Teenagern dürften Diskussionen rund um die Nutzung des Smartphones an der Tagesordnung sein. Chatten, spielen, Apps herunterladen – Einsatzmöglichkeiten gibt es unzählige, die Verführungen sind riesig. Um den Familienfrieden trotz Smartphone nicht zu gefährden, ist es wichtig, gemeinsam mit dem Teenager einige Regeln aufzustellen. Regeln betreffen nicht nur on- und offline-Zeiten, sie zeigen dem Teenager auch, wie er sich im Internet bewegen soll und worauf zu achten ist. Wir geben Ihnen ein paar Anregungen und Ideen.

Handy Regeln für Teenager: Grundlegende Informationen

Schaffen Sie das Smartphone nicht zu früh an. Erst ab 12 etwa können Kinder sich im Internet einigermaßen sicher bewegen. Möchten Sie, dass Ihr Kind schon vor dem 12. Lebensjahr ein Handy hat – etwa, damit Sie es auf dem Schulweg erreichen können – schaffen Sie besser ein Handy ohne Internetfunktion an. Mit solchen Handys kann telefoniert und Textnachrichten verschickt werden. Damit es keine Diskussionen über die Kosten gibt, sollten Sie einen Tarif mit Kostendeckelung wählen. Auch ein Prepaid-Tarif kann eine Alternative sein. Bei den namhaften Anbietern von Handytarifen finden Sie in der Sparte „Kinder- und Jugendtarife“ passende Angebote. Einer der preisgünstigsten gedeckelten prepaid Tarif liegt bei etwa 8 EUR pro Monat.

Egal, welche Regeln Sie aufstellen – legen Sie sie gemeinsam mit Ihrem Teenager fest. Nur so können sie erreichen, dass Ihr Kind sich an die Regeln ohne Diskussionen hält. Passen Sie die Regeln von Zeit zu Zeit an – was für den Zwölfjährigen gut und richtig ist, passt für den 14jährigen wahrscheinlich nicht mehr. Für den täglichen Umgang mit dem Smartphone empfehlen wir folgende Spielregeln.

PIN-Codes oder Zugangssperren werden bekannt gegeben

Hierbei soll es nicht darum gehen, den Teenager zu überwachen. Eltern sollten nicht ohne Wissen des Kindes das Smartphone durchsuchen. Trotzdem muss es den Eltern von Heranwachsenden möglich sein, jederzeit nachzuschauen, auf welchen Seiten sich das Kind bewegt hat und mit wem es Nachrichten austauscht. Schon die Möglichkeit, dass die Eltern Verbotenes finden könnten, schreckt den ein oder anderen Teenager davon ab, Verbotenes zu tun.

Vereinbaren Sie on- und offline Zeiten

Die meisten Teenager würden am liebsten ihre gesamte Zeit vor dem Smartphone verbringen. Offline Zeiten sind daher wichtig, damit dem Teenager klar wird, dass es neben dem Smartphone auch anderes gibt: Schule, Familie, Schlaf. Sinnvolle offline Zeiten können sein: Am Esstisch, vor der Schule, ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen. Am Wochenende sollte es eine feste Familienzeit geben – z.B. für gemeinsame Unternehmungen – in der das Handy tabu ist. Zwei Dinge verstehen sich von selbst: Offlinezeiten sollten mit dem Teenager gemeinsam festgelegt werden und sollten auch für die Erwachsenen gelten. Ebenso wie offline Zeiten können auch online Zeiten vereinbart werden.

Während der online Zeiten darf der Teenager nach Herzenslust chatten, surfen und spielen, ohne dass die Eltern hineinreden.

Strikte Regeln für Teenager: Wer zahlt für Schäden und zusätzliche Kosten für das Handy?

Eine klare Empfehlung: Der Teenager selbst. Geht das Handy aufgrund einer Unachtsamkeit kaputt, wird es irgendwo vergessen oder werden kostenpflichtige Apps heruntergeladen werden, sollte der Teenager selbst für die Kosten aufkommen. Nur so wird der Teenager lernen, verantwortungsvoll mit dem Handy und seinem Budget umzugehen.

jugendlicher mit smartphone
carballo/shutterstock.com

Je nach Alter des Teenagers gilt: Einstellungen, Apps und Funktionen werden besprochen

Teenager können oft noch nicht so gut abschätzen, welche der zum Teil kostenpflichtigen Apps sie wirklich benötigen und welche altersangemessen sind. Es ist daher wichtig, dass die Eltern einen Überblick darüber behalten, was der Filius so alles auf das Handy laden möchte. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und probieren Sie die Apps gemeinsam aus. Gleiches gilt für Einstellungen und sonstige Funktionen. Ihr Kind muss verstehen, warum einige Funktionen gut und sinnvoll sind, andere hingegen nicht. Legen Sie gemeinsam fest, wie das Smartphone eingerichtet wird und geben Sie dem Teenager ein Mitspracherecht.

Goldene Regel: Was privat ist, bleibt privat

Streitigkeiten mit den Eltern oder der besten Freundin – wer hat die nicht und möchte sie sofort mit jemandem besprechen? Wer das per Smartphone über die Sozialen Medien tut, läuft Gefahr, dass die Informationen an Unbeteiligte gehen. Gleiches gilt für Fotos aller Art. Eltern müssen mit ihren Kindern vereinbaren: Was privat ist, bleibt privat und wird nicht ins Netz gestellt. Persönliche Angaben zu Name, Alter und Adresse gehören ebenfalls nicht via Smartphone ins Netz. Die Gefahr, dass sie in falsche Hände geraten, ist groß. Eltern müssen unbedingt mit ihren Kindern darüber sprechen und in ständigem Austausch bleiben. Chatten darf der Teenager nur mit Menschen, die es bereits kennt.

Handy Regeln für Teenager: Die Netiquette ist noch immer gültig!

Respekt und Höflichkeit sind noch nicht aus der Mode gekommen. Bei dem Vereinbaren der Regeln für die Nutzung des Smartphones sollte daher nicht fehlen, auf die fatalen Auswirkungen beleidigender Äußerungen hinzuweisen, die häufig wahllos in die Telefone getippt werden. Was im persönlichen Miteinander gilt, verliert im Netz nicht die Gültigkeit. Es gilt also: Keine beleidigenden Kommentare, keine Äußerungen über Minderheiten, keine politischen Meinungen. Sprechen Sie Ihr Kind an, sollten Sie Verstöße dagegen in den Chatprotokollen finden. Teenagern ist es manchmal nicht bewusst, wie sehr sie mit Äußerungen verletzen oder gar gegen geltendes Recht verstoßen.

Das wichtigste zum Schluss: Vertrauen

Welche Regeln Sie auch gemeinsam festlegen – wichtig ist, dass Ihr Kind Vertrauen zu Ihnen hat. Der Teenager muss wissen, dass er – sollte er sich einmal nicht an die verabredeten Regeln gehalten haben – dennoch zu Ihnen kommen kann. Bekommt Ihr Kind seltsame Nachrichten, wird es gar mit einem privaten Geheimnis / einem ins Netz gestellten Fotos erpresst, muss es wissen, dass Sie nicht ärgerlich werden, sondern helfen. Scheuen Sie auch nicht, Erpresser gemeinsam mit Ihrem Kind bei der Polizei anzuzeigen. Stehen Sie in einem solchen Fall unbedingt hinter Ihrem Kind. Schreiben Sie die Vereinbarungen zur Nutzung des Smartphones auf und unterschreiben sie gemeinsam.

Gut sichtbar aufgehängt, können die Regeln immer wieder ins Gedächtnis zurückgeholt und auf sie verwiesen werden.

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