Erziehung

Medienerziehung bei Kindern: Wie man Kinder auf eine digitalisierte Welt vorbereitet

In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl an Medien stark gestiegen. Dabei sind diese Medien nicht nur für den Informationsaustausch da, sondern auch für Spiele und Zeitvertreib – und das auch schon im frühen Kindesalter. Es gibt heutzutage fast keinen Bereich, in denen Medien nicht präsent sind und Einfluss nehmen. Umso wichtiger ist es, für Aufklärung zu sorgen und Vorkehrungen zu treffen, damit Kinder auf die digitalisierte Welt vorbereitet werden.

Was ist Medienerziehung?

Mit dem Anstieg der Medienangebote und dem Medienkonsum ist auch die Anzahl der Gefahren gestiegen, die sich im Netz verbergen. Vor allem wenn Kinder eine erhöhte Mediennutzung aufweisen, müssen sie über die Risiken aufgeklärt werden, damit nichts passiert. Diese Aufklärung nennt man zusammen mit der Vermittlung von Wissen über Medien Medienerziehung. Vor allem in der Zeit der Corona-Pandemie war digitales Lernen ein wichtiger Baustein, da viele gezwungen waren, auf digitale Formate umzusteigen. In erster Instanz übernehmen die Eltern in der frühkindlichen Phase die Medienerziehung. Später können dies aber auch Lehrkräfte übernehmen oder andere Menschen im Umkreis.

Das richtige Alter für die Mediennutzung

Die Internetnutzung fängt heutzutage schon früh an. Man sieht in Bussen und Bahnen oft schon Kinder im Kindergartenalter Spiele auf den Smartphones ihrer Eltern spielen. Auch das Telefonieren oder Videochatten wird schon von früh auf gelernt. Doch wann ist eigentlich das richtige Alter, um Kindern ihr eigenes Smartphone, einen Laptop oder andere Medien zu geben?

Die Antwort: Das richtige Alter gibt es nicht. Jedoch sagt man, dass Kinder erst ab elf Jahren verstehen, was Medien überhaupt sind, wie man sie nutzt und dass es Konsequenzen wie Cybermobbing mit sich ziehen kann. Erst dann ist es ratsam, Kindern ihr erstes Smartphone zu geben. Auch Studien zeigen, dass die meisten Kinder ihr erstes Smartphone zwischen 6 und 12 Jahren bekommen. Natürlich kommt es aber auch immer auf das Kind selbst an. Hast du das Gefühl, dass das Kind noch Zeit braucht, um ein eigenes Smartphone zu besitzen, dann ist das auch vollkommen in Ordnung.

Wie kann man Medien in die Erziehung einbinden?

Um Kinder an Medien heranzuführen, können sie zuerst einmal bei den Erwachsenen zuschauen. Erkläre, was genau du gerade am Laptop oder Smartphone machst und was dabei wichtig ist. Es wird nicht lange dauern, da wollen sie von selbst an das Gerät und etwas spielen oder einfach nur durch Fotos swipen. Lasse sie dann das ein oder andere Mal dein Smartphone benutzen, doch achte darauf, dass du immer einen Blick auf die Aktivitäten hast. Erkläre am besten, was dein Kind tun darf und was nicht. Wichtig dabei ist, immer zu sagen, warum man etwas macht bzw. welche Folgen dies haben könnte.

Wenn du dem Kind Anwendungen auf dem Smartphone zeigen möchtest, weil es bald sein eigenes bekommen soll, dann beschränke dich zunächst auf die wichtigsten Anwendungen wie Telefonieren oder Nachrichtenschreiben. Alles andere kann später dazu genommen werden. Einige Anwendungen können sie dann aber auch selbst erlernen oder mithilfe von Gleichaltrigen.

Wichtig: Denke immer daran, dass du als Elternteil eine Vorbildfunktion für Kinder einnehmen wirst. Predigst du deinen Kindern, dass sie nur wenig Zeit am Smartphone verbringen sollen, bist aber selber oft am Handy, dann kann dies verwirrend sein und zu Konflikten führen. Das gilt selbstverständlich nicht nur für das Smartphone, sondern auch für andere Medien wie dem Fernseher, der Spielekonsole oder dem Laptop.

Medienpädagogische Angebote

Medienkonsum muss nicht unbedingt heißen, dass damit nur Spielespielen und Chatten gemeint sind. Das Smartphone oder der Laptop können auch dafür genutzt werden, hochwertige Bildungsprogramme zu nutzen. Dafür gibt es verschiedene medienpädagogische Onlineplattformen, die Nachhilfe oder spielerische Bildungsangebote bereitstellen. Einige medienpädagogischen Angebote sind kostenlos, für andere muss ein Abonnement abgeschlossen werden. Vergleiche am besten diverse Plattformen, um das für dich passende Angebot nutzen zu können.

Sicherheitsvorkehrungen treffen

Wie bereits erwähnt, haben mit der zunehmenden Internetnutzung und Medienarbeit auch die Gefahren zugenommen. Laut einer Studie waren etwa 1,8 Millionen Schüler in Deutschland mindestens einmal Opfer von Cybermobbing. Deshalb ist Aufklärung im Zuge der Medienerziehung das A und O. Vor allem die Wichtigkeit von Datenschutz und Privatsphäre müssen angesprochen werden. Denn Kinder erkennen die Gefahren noch nicht und sind hier auf dich angewiesen.

Neben den Erklärungen ist es aber auch wichtig, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Viele Geräte besitzen einen sogenannten Kindermodus, der den Zugang zu einigen Websites und Anwendungen sperrt. Um diesen zu beenden, muss meist ein Passwort eingegeben werden. Sollte es keinen sicheren Kindermodus geben, dann kannst du den Zugang mithilfe von Filtern und anderen Einstellungen sperren. Es kann auch helfen, spezielle Kinder-Accounts anzulegen, damit die Nutzung getrennt werden kann.

5 weitere Tipps zur Medienerziehung

  • Erkläre Kindern die Bedeutung von Datenschutz und wie wichtig es ist, persönliche Daten nicht an jeden weiterzureichen.
  • Lege eine begrenzte Bildschirmzeit fest und halte dich an die Abmachungen. Du selber solltest als Vorbild vorangehen und deine Bildschirmzeit ebenfalls reduzieren.
  • Bespreche, wie wichtig es ist, Pausen von der Mediennutzung einzulegen und ermutige das Kind, offline Aktivitäten draußen mit dir oder anderen Kindern zu unternehmen.
  • Tausche dich mit anderen aus. Das können zum Beispiel Lehrer, Freunde oder andere Eltern sein. Auch Workshops, Elternabende oder Informationsveranstaltungen zum richtigen Umgang mit Medien und der Medienwelt im Allgemeinen können hilfreich sein.
  • Ermutige Kinder, bei Problemen und Unsicherheiten zu dir zu kommen. Nur so ist eine offene Kommunikation möglich und es kann schnell reagiert werden.

Fazit

Die Mediennutzung nimmt heutzutage immer mehr zu und fängt auch meist schon im jungen Alter an. Mit den neuen Möglichkeiten in der Medienwelt kommen aber auch immer mehr Gefahren hinzu, die vor allem von Kindern nur schwer eingeschätzt werden können. Medienerziehung nimmt beim steigenden Medienangebot eine große Rolle ein. Hier ist Aufklärung essenziell, um Datenklau, Cybermobbing oder andere Gefahren abzuwehren.

Lasse die Kinder zuerst einmal nur zuschauen, wie du mit Medien umgehst, und zeige ihnen den richtigen Umgang. Erst sollten sie am Gerät der Eltern unter Aufsicht spielen und dann kann das eigene Gerät genutzt werden. Spezielle Filter und der Kindermodus helfen dabei, verschiedene Seiten von Anfang an zu blockieren. Dennoch ist und bleibt Medienerziehung neben den Sicherheitsvorkehrungen essenziell, damit Kinder Medien sicher nutzen können und Gefahren abgewendet werden können.

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