Fliegen mit Babys: Tipps und Tricks für sorgenfreies Reisen

Der Nachwuchs ist auf der Welt und irgendwann fällt einem Zuhause die Decke auf den Kopf. Während früher Reisen mit Babys und Kleinkindern eher unbeliebt war, entscheiden sich heute viele Familie für einen Urlaub mit der jungen Familie. Dabei sollten allerdings einige Stolperfallen im Vorhinein beachtet werden. Von der Buchung bis hin zum Flug. Wir haben die Tipps.

Fliegen mit Babys: Grundlegende Informationen

Die Zeiten, in denen der Flug für kleine Kinder nahezu gratis war, sind leider vorbei. Auch wenn das Baby auf dem Schoß sitzt, verlangen die meisten Fluggesellschaften etwas. In der Regel liegen die Ticketkosten bei zehn bis zwanzig Prozent des normalen Ticketpreises. Auch eine besondere Summe für Babys und Kleinkinder kann abgerechnet werden. Soll der Nachwuchs auf einem eigenen Sitz reisen oder wird das Kind im Urlaub zwei Jahre alt, ist meist sogar der volle Flugpreis fällig. Während die einen Fluggesellschaften einen Rabatt von bis zu 20 Prozent gewährleisten, bitten andere Gesellschaften voll zur Kasse. Eine frühe Buchung lohnt sich in jedem Fall.

Die Eltern können dann die Flugzeit so wählen, dass das Kind während des Fliegens schlafen kann. Dabei lohnt es sich insbesondere, einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Einige Airlines haben hier die Möglichkeit, ein kleines Beistellbett aufzubauen. Wer online buchen möchte, sollte vorher zum Hörer greifen und bei der Kundenhotline nach den Möglichkeiten für ein mobiles Beistellbett fragen. Die Voraussetzungen davon richten sich nach der Fluggesellschaft. Billigflieger bieten einen solchen Babyservice nicht an. Vor dem Flug ist zudem daran zu denken, dass das Kind eigene Reisedokumente benötigt, ein Eintrag im Pass der Eltern ist nicht ausreichend.

Am Flughafen

Rechtzeitig am Schalter sein, das Gepäck schleppen, pünktlich abfliegen und das Terminal finden. Am Flughafen kommt schon einmal Stress auf. Insbesondere, wenn dann noch ein Kleinkind schreit und plötzlich Hunger hat oder die Windel gewechselt werden muss. Mit einigen Tricks funktioniert das Abreisen am Flughafen deutlich entspannter. Viele Flughäfen bieten einen Check-In am Vorabend an. Wer also in der Nähe des Flughafens wohnt, kann schon am Vorabend sein Gepäck abgeben und bringt am Tag danach nur noch sein Handgepäck mit. Der Kinderwagen muss in der Regel als Sperrgepäck aufgegeben werden. Die meisten Flughäfen bieten für die Zeit ohne Kinderwagen einen Leihservice an.

Die geliehenen Kinderwagen kann man dann einfach beim Einstieg stehen lassen. In manchen Fällen dürfen eigene einklappbare Kinderwagen auch bis zum Flugzeug mitgenommen werden. Sie werden dann ganz zum Schluss ins Flugzeug geladen und stehen auch bei der Ladung wieder gleich zur Verfügung. Kinderecken gibt es übrigens an den meisten deutschen Flughäfen. Hier können Kinder vor dem Abflug spielen und toben. Auch Kindermenüs in Restaurants, kindgerechte Wickeltische und Waschräume stehen an einigen Flughäfen wie in Hamburg und München zur Verfügung.

kind am flughafen
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Ich packe meinen Koffer

Wer mit kleinen Kindern fliegt, sollte einige Dinge ins Handgepäck packen. Dazu zählen etwa eine Decke gegen die kalte Luft der Klimaanlage, ein Kuscheltier, Windeln, Wechselklamotten, dicke Socken, Plastiktüten für die Windeln, Nuckel und Fläschchen. Ein Fläschchen hilft besonders dann, wenn die oder der Kleine bei Start und Landung nicht gestillt werden kann. Das Trinken ist auch aus gesundheitlichen Gründen hilfreich. Säuglingen könnte der Druckunterschied Probleme machen, da sie keinen Druckausgleich machen können. Das Schlucken und Saugen helfen dabei, den Druck wieder auszugleichen. Wenn das Kind vor dem Abflug erkältet ist, sollten die Eltern zur Sicherheit vorher noch einmal einen Kinderarzt besuchen.

Leichte abschwellende Nasentropfen helfen bei einem leichten Schnupfen vor dem Abflug. Wenn das Baby an Atemwegserkrankungen oder Fieber leidet, ist ein Flug nicht verantwortbar. Auch ins Handgepäck gehören die nötigen Medikamente und ausreichend Babynahrung, wenn das Kind jünger ist als drei Jahre. Auch wenn die meisten Fluggesellschaften Gläschen bereithalten, ist zur Sicherheit eigene Babynahrung empfehlenswert. Nicht vergessen werden sollte außerdem Spielzeug. Je nach Alter können Hörbücher, kleine Brettspiele, Papier, Stifte und Bücher die Zeit schneller vergehen lassen.

Im Flugzeug

Wer als Familie reist, darf meist zuerst ins Flugzeug einsteigen. Das ist sehr zuvorkommend, doch nicht unbedingt praktisch. Bis sich alle Passagiere auf ihren Platz setzen und der Flug schließlich losgeht, kann schon einige Zeit vergehen. Da ist es deutlich besser, das Kind kann sich noch so lange wie möglich austoben oder anderweitig ablenken. Beim Start und auch bei der Landung bekommen Babys, die ohne extra Sitz auf dem Schoß sitzen, mit einem zusätzlichen Gurt angeschnallt. Da dieser zusätzliche Gurt allerdings bei Turbulenzen enormen Druck auf den Bauch und die inneren Organe des Kindes ausüben kann, wird bei Kindern mit einer Körpergröße von unter 1,25 Metern ein eigener Sitzplatz empfohlen.

Für den perfekten Schutz sorgt ein für die Luftfahrt zugelassener Auto-Kindersitz. Diese Sitze tragen die Aufschrift „Für use in aircraft“ und müssen von den Eltern meist selbst mitgebracht werden. Ist ein mobiles Bett gebucht worden, wird dieses nach dem Start vor dem Sitz des Elternteiles aufgehängt und vor der Landung wieder abgenommen. Bei Start und Landung darf das Kind aus Sicherheitsgründen nicht im Bett liegen. Wie für Erwachsene gilt an Bord auch für Kinder: viel Trinken! Die Kabinenluft ist sehr kühl und trocken.

Bei Stillkindern sollte also bei einem langen Flug häufiger die Brust gegeben werden. Wer an Bord einen eigenen Brei anrühren möchte, kann die Besatzung nach Flaschenwasser fragen, denn das Wasser aus der Flugzeugküche wird meist nicht ausreichend erhitzt und ist daher für die Herstellung von Säuglingsnahrung ungeeignet.

Fliegen mit Babys: Stornierung und Absage

Das Kind bekommt am Tag vor der großen Reise Durchfall oder Fieber. Ist das der Fall, war es das mit dem schönen Urlaub. Das ist nicht nur enorm schade, sondern kann auch ganz schön ins Geld gehen. Insbesondere, wenn die Familie ein nicht stornierbares Ticket gewählt hat. Wer zuvor eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hat, hat hier Glück. Doch auch hier muss beachtet werden, dass diese nur dann greift, wenn ein Arzt feststellt, dass die Reise wegen einer Erkrankung nicht wie geplant durchführbar ist.

Wenn es an einer bekannten Vorerkrankung scheitert, muss sich diese vor dem Abflug verschlechtert haben, damit die Versicherung einspringt. Bis auf fünf Prozent erhält die Familie dann den Ticketpreis zurückerstattet. Weil sich Fluggesellschaften bei Stornierungen immer stark winden, hilft die Verbraucherzentrale beratend weiter.