Geburt von Zwillingen: Merkmale, Unterschiede und Risiken

Die Schwangerschaft mit Zwillingen ist eine ganz besondere Zeit und die Geburt natürlich erst recht. An diesem einmaligen Tag erhältst du das doppelte Glück. Allerdings bedeutet die Entbindung auch große Verantwortung. Daher ist es auf jeden Fall empfehlenswert, sich rechtzeitig mit den Möglichkeiten rund um die Geburt der Zwilling vertraut zu machen, denn eine doppelte Geburt ist keine gewöhnliche Geburt.

Geburt von Zwillingen: Mit einem Kaiserschnitt zur Welt

Tatsächlich ist der Kaiserschnitt die häufigste Variante, wie Zwillinge auf die Welt kommen. Natürlich wirst du dir dennoch Gedanken machen, wie sinnvoll eine solche Geburtsvariante ist und wie sie abläuft. Wird vor der Geburt keine Komplikation festgestellt und empfiehlt der Arzt nicht ausdrücklich einen Kaiserschnitt vorzunehmen, kannst du natürlich eine vaginale Geburt planen. Ein Kaiserschnitt im Kreissaal kann sehr schnell eingeleitet werden, sollte er nötig sein. Ebenso kannst du dich schon im Vorfeld klar für einen Kaiserschnitt entscheiden, wenn dir dein Bauchgefühl sagt, dass es für dich der beste und sicherste Weg ist.

Der Vorteil eines Kaiserschnittes ist natürlich, dass du nicht erst auf die Wehen warten musst, sondern die Geburt deutlich planbarer ist. Hiermit kannst du deine beiden Zwillinge ohne viel Anstrengung und Risiko schon bald in den Armen halten.

Mögliche Komplikationen bei einer Zwillingsgeburt

Wie bei jeder anderen Geburt auch, gilt bei der Zwillingsentbindungr: Die Lage des Uterus kurz vor der Geburt entscheidet darüber, wie die Entbindung abläuft. Normale Babys liegen meist mit dem Kopf nach unten im Bauch der Mutter, bei Zwillingen sieht das allerdings anders aus. Nur etwa in 50 Prozent der Fälle liegen beide Zwillinge mit dem Kopf nach unten im Mutterlaib. In vielen Fällen liegt eines der Zwillinge mit dem Kopf nach unten, das andere aber in der Beckenlage, also mit den Füßen oder dem Hintern nach unten gerichtet. Diese Lage ist für die Hebamme oder en Arzt noch kein Grund, einen Kaiserschnitt durchzuführen.

Das erste Kind wird dank der Wehen und des Geschwisterchens sehr schnell hinausgedrückt, wodurch das zweite Baby durch den Arzt vor der Geburt noch in die richtige Position gedreht werden kann. Unter Umständen kann es auch mit der Zange auf die Welt geholt werden.

zwillingsgeburt
Elena Yakusheva/shutterstock.com

Die Einleitung der Geburt

Wenn der Muttermund bereits etwa fingerdurchlässig geöffnet ist, wird dieser massiert. Damit lösen sich die Eihäute vom Rand der Gebärmutter und die Fruchtblase bleibt heil. Innerhalb von ca. 48 Stunden wird die Geburt damit eingeleitet. Es ist möglich sogenannte Prostaglandine in Form von Tabletten oder einem Gel zu verabreichen. Die Wirkung unterscheidet sich dabei von Frau zu Frau. Während die einen nicht darauf reagieren, setzen die bei anderen die Wehen innerhalb von zwei bis drei Stunden an und die Geburt schreitet voran. Allerdings ist hier Geduld gefragt, da bis zur eigentlichen Geburt auch einmal mehrere Tage vergehen können.

Wer chemisch nachhelfen lässt, erhöht zeitgleich das Risiko, dass es während der Geburt zu einem Kaiserschnitt kommen wird. Auch das vermehrte Aufkommen von Wehen oder ein Wehensturm kann die Folge sein. Ein Wehensturm ist allerdings sehr selten der Fall. Über die genauen Nebenwirkungen und möglichen Folgen informieren die Kliniken sehr ausführlich. Die Prostaglandine werden auch nur unter stationärer Beobachtung verabreicht.

Zwillingsgeburt in Kinderklinik

Von einer Hausgeburt raten die Hebammen und Frauenärzte im Falle einer Zwillingsgeburt klar ab. Eine doppelte Geburt ist immer mit einem höheren Risiko für Komplikationen verbinden. Deshalb ist es immer ratsam, einen Arzt in der Nähe zu haben. Nicht selten passiert es, dass die Wehen einige Wochen früher einsetzen, da der Platz im Bauch zu eng wird. Bei einer Frühgeburt ist es absolut notwendig, in der Nähe einer Kinderklinik zu entbinden, sollten die Babys kinderärztlich versorgt werden müssen. Eine Klinik mit Anschluss an eine Kinderklinik wäre daher der ideale Ort für eine Zwillingsgeburt. Auch wenn eine Hausgeburt sicher die entspanntere Möglichkeit wäre, muss hier an das Wohlergehen der beiden Zwillinge gedacht werden.

Die Arztwahl sollte bedacht werden

Wenn du auf eine Operation verzichten möchtest und deine beiden Zwillinge natürlich auf die Welt bringen willst, solltest du dir einen Arzt aussuchen, der besonders mit Zwillingsgeburten Erfahrung hat und schon einigen kleinen Wundern im Doppelpack auf die Welt verholfen hat. Er wird deinen Wunsch respektieren und eine vaginale Geburt ermöglichen, aber auch zum Kaiserschnitt übergehen, sollte es zu unerwarteten Komplikationen kommen.

Das doppelte Glück in den Händen

Die Geburt ist geschafft und beide Kinder sind gesund zur Welt gekommen. Wie schnell darf das frische Elternpaar im Anschluss wieder nach Hause? In der Regel bleiben die Mütter etwa drei Tage stationär im Krankenhaus. Natürlich ist der Entlassungstermin abhängig vom Gesundheitszustand der Mutter und des Babys. Sind die Kinder reif und waren alle Untersuchungen unauffällig, kannst du schon nach drei Tagen mit den Zwillingen das Krankenhaus verlassen und nach Hause gehen.