Elterngeld für Zwillinge – Änderungen ab Januar 2015

In unserem letzten Blogbericht „Elterngeld für Zwillinge“ haben wir von der Neuerung berichtet, dass im Juli 2013 das Bundessozialgericht in Kassel entschieden hat, dass bei einer Mehrlingsgeburt für jedes Kind einen eigener Anspruch auf die Zahlung von Elterngeld besteht. Nun gibt es wieder Änderungen.
Hintergrund zu diesem Beschluss war die Klage von bayerischen Zwillingseltern, die sich die Erziehungsarbeit teilen und zeitgleich bei Ihren Zwillingen zu Hause bleiben wollten. Der Anspruch auf Elterngeld gelte grundsätzlich für das jeweilige Kind, daher könne für Mehrlinge nichts anderes gelten.

Vor dem Urteil des Bundessozialgerichts erhielten Mehrlingseltern nur für den älteren Zwilling das volle Elterngeld. Das andere Zwillingskind oder jedes weitere Drillingskind erhielten einen Mehrlingsbonus in Höhe von 300,00 EUR pro Monat. Im Juli 2013 entschieden die Richter, dass der Mehrlingszuschlag neben dem Elterngeldanspruch bestehen solle und der Mehrlingszuschlag beiden Elternteilen zustehe (wenn diese zu Hause bleiben).

Zwillingseltern, die vor der Geburt ihrer Kinder erwerbstätig waren, konnten also für jeden Mehrling Elterngeld erhalten (Grundlage ist das bisherige Einkommen + Mehrlingszuschlag). Eltern ohne Erwerbstätigkeit erhalten für jedes Mehrlingskind einen Mindestbetrag + Mehrlingszuschlag.

schwangere Geschäftsfrau mit Zettel - Elterngeld

Neuerung beim Elterngeld ab Januar 2015

Zum 01.01.2015 wird das doppelte Elterngeld für Mehrlingseltern wieder abgeschafft.
Stattdessen können Mehrlingseltern ab Januar 2015 das sog. Elterngeld-Plus + Partnerschaftsbonusmonate für ihre Kinder in Anspruch nehmen, die ab dem 01.07.2015 geboren werden.

Ab dem Jahr 2015 sollen Mehrlingseltern einen Anspruch von 4 Partnermonaten haben (bisher: 2 Partnermonate), wenn mindestens 1 Elternteil auf einen Teil des bisherigen Einkommens zu Gunsten der Kinderbetreuung verzichtet. Ab Juli 2015 gibt es für Eltern die Wahl zwischen dem „Basiselterngeld“, dem „Elterngeld-Plus“ und „4 zusätzlichen Partnerschaftsmonaten“.

Was ist das Elterngeld-Plus?

Vom neuen Elterngeld-Plus sollen Eltern profitieren, die während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten möchten. Eltern, die sich nach der Geburt ihrer Kinder für einen schnellen Wiedereinstieg in das Berufsleben entscheiden, werden stärker finanziell gefördert als bisher. Des Weiteren sollen jene Eltern belohnt werden, die sich die Erwerbs- und Erziehungsarbeit für mindestens 4 Lebensmonate ihrer Kinder gleichberechtigt teilen. In diesem Fall ist ein längerer Bezug von Elterngeld-Plus in Form der 4 Partnerschaftsmonate möglich.

Änderungen beim Elterngeld ab dem 01.01.2015:

  1. Ab Januar 2015 gibt es kein doppeltes Elterngeld mehr für Zwillingeltern. Die Kombination von Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonaten wird für Eltern möglich sein, deren Kinder ab dem 01.07.2015 geboren werden.
  2. Es ist nicht mehr möglich, dass Elterngeld halbiert bei einer Verlängerung des Auszahlungszeitraums auszahlen zu lassen. Hier sollen Eltern zwischen dem Basiselterngeld und dem Elterngeld-Plus wählen dürfen. Basiselterngeld = bisheriges Elterngeld (Bezugsmonate mit voller Elterngeldauszahlung), Elterngeld-Plus = Bezugsmonate, in denen das Elterngeld max. in der Höhe des halben Basiselterngeldbetrags erhalten werden kann. 1 Lebensmonat eines Kindes kann man sich in 2 Monatsbeträgen mit Elterngeld-Plus auszahlen lassen.
  3. Verlängerung des Bezugszeitraums des Elterngelds durch Elterngeld-Plus Monate über den 14.Lebensmonat des Kindes hinaus.
  4. Eltern haben die Wahl, ob Sie Basiselterngeld und Elterngeld-Plus kombinieren möchten oder ausschließlich eine der beiden Variante für sich wählen möchten. Beantragt ein Elternteil ausschließlich Elterngeld Plus, kann sein Elterngeldbezug maximal 24 Monatsbeträge umfassen.
  5. Künftige Unterscheidung zwischen Elterngeld-Plus Monaten mit (=Teilzeitarbeit) und ohne Zuverdienst. Elterngeld-Plus Monate ohne Zuverdienst sind halbierte Basiselterngeld Monate bei verlängerter Bezugsdauer. Elterngeld-Plus Monate mit Zuverdienst bedeuten vor allem zusätzliches Elterngeld, denn durch die Inanspruchnahme von Elterngeld-Plus erhöht sich die Anzahl der Bezugsmonate.
  6. Die max. Bezugsdauer des Elterngeldes kann durch Inanspruchnahme der 4 neuen Partnerschaftsbonusmonate auf max. 28 Monate ausgedehnt werden. Diese 4 zusätzlichen Partnerschaftsbonusmonate sind der Form nach Elterngeld-Plus Monate. Sie können nur von beiden Elternteilen bei gleichzeitiger Teilzeitarbeit von 25-30 Wochenstunden innerhalb dieser vier Partnerschaftsbonusmonate beantragt werden und müssen „am Stück“ in Anspruch genommen werden. Nur wenn wenigstens ein Elternteil ab dem 15. Lebensmonat des Kindes durchgängig Elterngeld-Plus bezieht, kann die Inanspruchnahme der 4 Partnerschaftsbonusmonate bis zum 28.Lebensmonat des Kindes erfolgen.
  7. Die bisherige Benachteiligung von Eltern, die sich nach der Geburt ihres Kindes Erwerbstätigkeit und Erziehungsarbeit gleichberechtigt teilen wollten (7+7) und damit ihren Anspruch auf die zwei zusätzlichen Partnermonate riskierten, wird durch das neue Elterngeld Plus abgeschafft.
  8. Der doppelte Elterngeldanspruch für Zwillingseltern wird aufgehoben. Der Gesetzgeber begründet dies damit, dass auf Grund der Geburt von Mehrlingen nicht mehr Erwerbseinkommen durch Elterngeld ersetzt werden müsse, sondern nur ein tatsächlicher Mehrbedarf pro Mehrlingskind bestehe. Dieser Mehrbedarf werde durch den entsprechenden Bonus von 300,00 EUR pro Bezugsmonat und Mehrling abgedeckt. Es handele sich um eine überfällig gewordene Präzisierung des Gesetzes und damit um eine Konkretisierung des ursprünglichen Elterngeldgedankens. Stattdessen soll es zwei zusätzliche Partnermonate für Mehrlingseltern geben (12+4), die dann beantragt werden können, wenn wie bisher wenigstens ein Elternteil für mindestens 2 Monate auf einen Teil seines Erwerbseinkommens zu Gunsten der Kinderbetreuung verzichtet. 
  9. Für die Berechnung des Elterngeld-Plus werden grundsätzlich das Mindestelterngeld von 300,00 EUR, der Mindestgeschwisterbonus von 75 € und der Mehrlingszuschlag halbiert. (Beispiel: Ein Vater mit einem Anspruch auf 12 Monatsbeträge Basiselterngeld in Höhe des Mindestbetrages kann sich diese auch in 24 Monatsbeträgen Elterngeld Plus á 150,00 EUR auszahlen lassen. Ein Vater mit einem Anspruch auf Basiselterngeld in Höhe von 900,00 EUR erhält in jedem Elterngeld Plus Monat 900,00 EUR Elterngeld, bzw. höchstens einen Betrag in Höhe der Hälfte seines Basiselterngeldanspruchs.)

Die Einführung des neuen Elterngeld-Plus zum 1. Januar 2015 bringt viele Neuerungen mit sich und ist für einen Laien sehr undurchsichtig und kompliziert. Die Internetpräsenz Elterngeld.net hilft allen werdenden Eltern und Mehrlingseltern mit einer Elterngeldberatung, die bei der Antragsstellung unterstützt.

Quelle: http://www.elterngeld.net/elterngeldplus.htmlhttp://www.elterngeld.net/elterngeld-zwillinge.html

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